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Für das Abschlusskonzert der diesjährigen Festivalsaison des Orgelfestivals Sønderjylland-Schleswig hat KMD Michael Mages ein reizvolles und kontrastreiches Programm zusammengestellt.

 

Es bietet Werke von Heinrich Scheidemann, Johann Sebastian Bach, Louis Marchand und Sigfrid Karg-Elert.


Außerdem gestaltet Ansgar Hüning, Bariton am Schleswig-Holsteinischen Landestheater, den selten zu hörenden Michelangelo-Zyklus von Dmitri Schostakowitsch.

 

Das Programm vereint also höchst unterschiedliche Werke aus verschiedenen Stilkreisen und natürlich sind wieder beide Werke der großen Nikolaiorgel zu hören.

 


Zum Programm:

 

Mit Werken von Heinrich Scheidemann (* um 1596-1663) erklingt die barocke Orgel nach Arp Schnitger. Scheidemann ist eine der großen Musikerpersönlichkeiten der Norddeutschen Orgelschule. Er verbindet den Stil seines Lehrers Sweelinck mit der norddeutschen Barocktradition und gilt als einer der bedeutendsten Komponisten für Orgelwerke des frühen 17. Jahrhunderts.


Louis Marchand (1669-1732) gehörte ab 1708 offiziell zu den Organisten des Königs.

1713 begab er sich auf eine mehrjährige Reise durch die deutschen Länder. Im September 1717 soll er sich einem musikalischen Wettstreit mit Johann Sebastian Bach am Dresdner Hof durch Flucht entzogen haben. Dieses Ereignis wird allerdings nur in deutschen Quellen erwähnt.
Sein „Grand Dialogue“ ist ein klangprächtiges und spielfreudiges Stück, das viele typische Registermischungen der klassisch-französischen Orgel verlangt. Dieser Klang ist auf deutschen Orgel meistens nur annähernd zu erreichen, lässt sich aber auf dem sinfonischen Instrument der Nikolaiorgel authentisch darstellen.


Dem Grand Dialogue wird die G-Dur Fantasie von Marchands tatsächlichem oder fiktivem Widersacher Johann Sebastian Bach gegenüber gestellt. Das dreiteilige Werk zeigt Bachs intensive Beschäftigung mit der französischen Orgelmusik, zeugt aber auch von seiner genialen und ganz eigenständigen Verarbeitung der französischen Elemente.
Das Stück trägt im Original die Bezeichnung „Pièce d`orgue“. Auf den einstimmigen, virtuosen Beginn folgt ein 5-stimmiger, gravitätischer Mittelsatz. Der Schlussteil mit seinen rauschenden, chromatischen Tonfolgen klingt auch für heutige Ohren noch kühn und expressiv.


Sigfrid Karg-Elert (1877-1933) komponierte die Sonatina a-moll 1909. Während seine Werke besonders in Großbritannien und den USA sehr beliebt waren, sah sich Karg-Elert als Orgelkomponist in Deutschland hinter dem von ihm kritisch beäugten Max Reger zurückgesetzt.
Von den Nationalsozialisten verunglimpft, starb er 1933 und geriet in Vergessenheit. Erst ab den 1970er Jahren erkannte man allmählich wieder die Bedeutung von Karg-Elerts Musik.
Sein Stil lässt sich als spätromantisch mit impressionistischen und expressionistischen Einschlägen charakterisieren. Die Harmonik wird bis an ihre Grenzen geführt, ohne dass die tonalen Zusammenhänge verloren gehen.

Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) gilt neben Igor Strawinski und Sergei Prokofjew als der bedeutendste Komponist Russlands im 20. Jahrhundert.  „Um die Geschichte unseres Landes zwischen 1930 und 1970 nachzuleben, reicht es aus, die Sinfonien von Schostakowitsch zu hören“, schrieb eine Moskauer Wochenzeitung. Der Cellist Mstislaw Rostropowitsch sah im sinfonischen Schaffen Schostakowitschs eine „Geheimgeschichte Russlands“.
Die Suite nach Worten von Michelangelo entstand 1974, als der Komponist bereits schwer krank war. Angeregt wurde er durch die bevorstehenden Feiern zum 500. Geburtstag des großen italienischen Bildhauers, Malers und Dichters Michelangelo Buonarotti