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Eine Region zieht alle Register!

Das Orgelfestival Sønderjylland Schleswig 2011

vom 19. Juni bis 11. September


Die Orgel – um 250 v. Chr. unter dem Namen „Hydraulis“ in Griechenland erfunden, diente sie zunächst den Römern lange Zeit als profanes Instrument zur Untermalung ihrer Darbietungen in den Arenen ...

 

Erst als das Instrument im frühen Mittelalter als Geschenk an den fränkischen Hof kam, wurde es auch in Westeuropa bekannt und im Laufe des folgenden Jahrhunderte begannen Bischofskirchen und Klöster, sich Orgeln anzuschaffen.


Heute findet man in jeder Kirche eine Orgel – als Ausdruck einer langen und reichen Tradition und Kulturgeschichte.

Entlang der Nordseeküste erstreckt sich von den Niederlanden über Norddeutschland bis nach Süddänemark eine der berühmten Orgellandschaften der Welt, mit reicher Geschichte und lebendiger Musikpflege.

Im nördlichen Schleswig-Holstein und südlichen Dänemark finden sich viele Orgeln, an denen sich nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen weiden können – in malerischen Dorfkirchen, imposanten Stadtkirchen und Domen, in Schlosskapellen und Konzertsälen.

Kaum vorstellbar, aber durch das frisch gedruckte Programm des Orgelfestivals Sønderjylland-Schleswig 2011 eindrucksvoll belegt: zwischen Sylt und Sønderborg, zwischen Hadersleben und Rendsburg erklingt an jedem Tag mindestens eine Orgel in einem Konzert – während des „Battle of Organs“ im Dom von Haderleben sogar drei!

Diese unglaubliche Vielzahl macht deutlich, dass das größte akustische Musikinstrument, (Wolfgang Amadeus Mozart: „Der König unter den Instrumenten ...“) entgegen anderslautender Vorurteile absolut kein Nischendasein führt!

Engagierte Kirchenmusiker und Kulturschaffende fassen daher seit mittlerweile neun Jahren Konzerte und Orgelführungen der Region unter dem Namen „Orgelfestival Sønderjylland-Schleswig“ zusammen.

 

Zum heutigen Arbeitskreis dieses Low Budget-Festivals gehören auf deutscher Seite KMD Michael Mages (St. Nikolai), Stephan Krueger (Helligåndskirken Flensborg), Thomas Frahm (Kulturbüro Stadt Flensburg) und Yvonne Braasch (Geschäftsstelle). Auf dänischer Seite sind es Hans Christian Hein (Leiter der Kirchenmusikschule in Løgumkloster), Poul Skjølstrup Larsen (Organist der Løgumkloster Kirke), Svend Prip (Organist der Domkirke Haderslev) sowie Helle Barsøe und Lotte Urfe, Kultukonsulenten aus Sønderborg und Tønder.

In einem Programmfolder und im Internet fasst der Arbeitskreis zusammen, was in der Region an Konzerten stattfindet, um es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


Zusätzlich organisiert der Arbeitskreis des Orgelfestivals aber auch Konzerte und Führungen an besonderen Orten. So öffneten sich im vergangenen Jahr auch erstmals wieder die Türen der Kapelle von Schloss Gottorf, deren Orgel mittlerweile in der „Kleinen Gottorfer Orgelmusik“ an jedem letzten Freitag im Monat erklingt.

Eine besondere Anerkennung hat das Orgelfestival im vergangenen Jahr durch die Schleswig-Holsteinische Landesregierung erfahren. Seit 2010 steht es als ständiges Musikfestival im offiziellen Kulturportal des Landes, neben der Folk Baltica, der Jazz Baltica, dem Schleswig-Holsteinischen Musikfestival, dem Lübecker Brahms-Festival und dem Wacken Open Air. Sein Angebot ist auch Bestandteil der Bewerbung Sønderborgs als Kulturhauptstadt 2017.

Dabei ist das Festival im doppelten Sinne seit jeher grenzüberschreitend. Denn die Veranstaltungen finden zum einen beiderseits der deutsch-dänischen Grenze statt, und wenden sich mit ihrem vielseitigen musikalischen Angebot andererseits auch an ein breit gefächertes Publikum. So sind neben den großen Werken der Orgelliteratur auch Kombinationen mit Schlagzeug (Hamburger Elbtonalpercussion), Flöte (das Frauen-Trio Wood’N’Flutes aus USA), Gesang oder Erzählungen zu hören.
Eine gute Gelegenheit also, die Orgel als Instrument auch einmal außerhalb ihres kirchlichen Bezuges zu erleben.


Neben den Kirchenmusikern des Arbeitskreises selbst sind viele weitere namhafte Organisten unserer Region zu hören. Stellvertretend für viele sei der ehemalige Rendsburger Organist Friedemann Johannes Wieland, der heute am Ulmer Münster zuhause ist oder die für Avantgarde und Moderne engagierte Katja Kanowski aus Eckernförde genannt.

Zu den auch international anerkannten und renommierten Organisten des Festivals gehören Matthias Eisenberg aus Dresden und Hans Uwe Hielscher aus Wiesbaden, der 1985 für seine Verdienste um die französische Orgelmusik zum "Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres" durch den französischen Kultusminister ernannt wurde. Ebenso Jacques Oortmerssen, der berühmteste Vertreter seines Faches aus den Niederlanden oder der erst 29 Jahre alte Baptiste-Florian Marle-Ouvrand, der zu den aufstrebenden jungen Pariser Organisten gehört. In Løgumkloster wird die führende Organistin in Dänemark, Bine Bryndorf, zu hören sein und im Dom zu Hadersleben Christopher Herrick, der zehn Jahre Organist der Westminster Abbey war und heute als gefeierter Konzertorganist um die Welt reist.

Innerhalb des Festivals gibt es aber auch viele Gelegenheiten für kurzweiliges Orgelvergnügen in halbstündigen Vorführungen. Programme für Kinder bietet z.B. die St. Johannis-Kirche in Nieblum auf Föhr mit ihren Kinderführungen an. Und unter der „Märchenorgel von St. Nikolai“ in Flensburg werden Märchen erzählt und musikalisch begleitet. Traditionell öffnet auch immer eine Orgelwerkstatt ihre Pforten. In diesem Jahr ist es die Fa. Bruno Christensen & Sønner Orgelbyggeri in Tinglev, die einen spannenden Einblick in die Herstellung von Baar-, Rohr- und Rauschpfeifen, Rückpositiven, Schwellwerken, Cimbelsternen und den vielen anderen wohlklingenden Bestandteilen einer Orgel gewährt ...

Eröffnungskonzert am 19. Juni 2011, 17 Uhr, St. Nikolai.
Mehr Informationen und das ganze Programm unter www.orgelfestival-sja-sl.com