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Francis Poulenc

1899 - 1963

 

In Paris geboren, lerne Francis Poulenc schon früh das Klavierspielen und begann bereits während seines Militärdienstes mit dem Komponieren.

 

Von Igor Stravinsky und Maurice Chevalier beeinflusst, stieß Poulenc nach dem Krieg zu einer Gruppe junger Komponisten um Erik Satie und Jean Cocteau, deren Mitglieder den Impressionismus zugunsten einer größeren Einfachheit und Klarheit ablehnten.

 

Das fand Eingang in Poulencs eigene musikalische Arbeit. Er übernahm Techniken der Dadaisten und ließ sich von populären Melodien beeinflussen. Eine charmante Vulgarität erschien ihm wichtiger als das vorgeblich tiefe Gefühl der Romantik. Er war selbst ein herausragender Pianist - die Klaviermusik dominiert Poulencs frühe Werke.

 

Seine Freundschaft mit einigen Dichtern des Montparnasse, darunter Guillaume Apollinaire und Paul Éluard, führte zur Komposition zahlreicher Lieder zu deren Texten.

 

1936 wandte er sich dem katholischen Glauben zu. In seinen Kompositionen schlug sich das in einer Reihe geistlicher Werke nieder, die oft als seine wichtigsten Arbeiten gesehen werden, auch wenn er selbst seinen Schwerpunkt in der Komposition von Opern sah.

Außer diesen Opern schrieb Poulenc mehrere Konzerte für Orgel, Cembalo und Klavier, Messen sowie zahlreiche kammermusikalische Werke.

 

 

Konzert für Orgel, Streichorchester und Pauken

1938/1939

 

Wenn der eröffnende mächtige Orgelakkord aufbraust, gefolgt von einer Verzierungsfigur, fühlt sich der Hörer wie mit einem Schlag in Bachs Zeiten versetzt.

Doch Poulenc wäre nicht Poulenc, würde er diesen Akkord nicht an eine Stelle verrücken, auf die weder der Akkord selbst noch der Hörer gefaßt ist.

Es scheint, als öffne die Orgel ein Portal und gäbe das Ohr frei für eine ebenso verwirrende wie faszinierende Klangwelt. Dem magischen Sog dieses Tonuniversums und seiner unvermittelten Ausdruckskontraste kann sich der einmal Berührte nicht mehr entziehen. 

 

Die Prinzessin Edmond de Polignac bat Poulenc um dieses Werk, das der Komponist 1938 vollendete, und das am 21. Juni 1939 in der Salle Gaveau mit Maurice Duruflé an der Orgel und dem Dirigenten Roger Désormières uraufgeführt wurde.

 

Das war zu der Zeit, als Poulenc begann, sich mehr und mehr dem katholischen Glauben hinzugeben und eine Phase einzuleiten, in der er seine Musiksprache religiös vertiefte.

 

Quelle: Wikipedia