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Sonntag, 13. Dezember 2015, 17.00 Uhr

Johann Sebastian Bach:

Weihnachtsoratorium (Kantaten I, IV, VI)

Carl Philipp Emanuel Bach

Magnificat

 

Kritik aus dem Flensburger Tageblatt vom 15.12.2015:

 

Beglückendes Konzert: Vater Bach trifft Sohn
(Flensburg)
Gehört Bachs Weihnachtsoratorium in die bürgerliche Wohnstube wie der Tannenbaum? Dagegen wehrt sich der St. Nikolai-Chor unter Michael Mages mit sanfter Macht: Die selten gehörte Auswahl der Kantaten 1, 4, 6 „bürstet ein wenig gegen den gewohnten Strich“, stellt natürlich die Freude über die Geburt Christi in den strahlenden Mittelpunkt des zweiten Konzertteils.

 

Die Verlesung der nicht musizierten Weihnachtsgeschichte durch Pastor Bornemann stiftet die inhaltliche Beziehung zwischen den sechs Kantaten des Oratoriums: Eine gelungene Idee, Wort und Musik zu verbinden und die Einheit dieser Geschichte in Erinnerung zu rufen.

Noch seltener erlebt man die Gegenüberstellung dieses bekanntesten Bachwerkes mit dem ersten Kirchenwerk des zweiten Bachsohnes C.P. E., dem „Magnificat“. Maria schlägt in diesem neutestamentarischen „Psalm“ geradezu revolutionäre Töne an: Nach Dietrich Bonhoeffer ist es „ein hartes, starkes, unerbittliches Lied von stürzenden Thronen und gedemütigten Herren dieser Welt, von Gottes Gewalt und von der Menschen Ohnmacht“.

 

Michael Mages verbindet den eindrucksvoll auf klare Diktion und Artikulation ausgerichteten Nikolai-Chor mit einem äußerst präzise und transparent agierenden Orchester zu einem tief beeindruckenden Hörerlebnis. Der Chor versprühte überwältigende Freude und Musikalität. Das überaus routinierte Ensemble Ars Musica setzte die Konzeption von Mages überzeugend sensibel um und gab der Bachschen Musik besonders im Eingangschor „Jauchzet, frohlocket“ einen leichten Swing. Festlicher Klang der Trompeten, silberner Glanz der Föten, lyrisch-warm im Ton die Oboen, die geradezu federleicht phrasierenden Streicher, die sichere und lebendig musizierende Continuogruppe: (fast) atemberaubend schön und eindrucksvoll.

 

Der Evangelist, André Khamasmie, lenkte mit seiner strahlenden Stimme und durch seine zurückhaltende, und doch eindringliche Dramatisierung die Aufmerksamkeit auf den Kern der Weihnachtsgeschichte und verlieh den oft eher als „Beiwerk“ empfundenen Rezitativen einen gleichwertigen musikalischen Rang.

Marret Winger, Sopran, sang sich mit sanfter Intensität - in der „Echo-Arie“ gemeinsam mit ihrem innigen „Alter-Echo“ Tina Meyer - in die Herzen der Zuhörer: für viele wohl der Höhepunkt des Abends, auch wegen der einfühlsamen Begleitung durch die Solo-Oboe.

 

Manuelas Machs warmer Alt überzeugte besonders in der „Berei-te-dich-Zion“-Arie. Ingolf Seidel ließ in seiner vollen Baßstimme das „Machtmotiv“ der Kompositionen eindrucksvoll erklingen. Alle Solisten stellten ihr großes Können in den Dienst von Mages Konzeption: verhaltene Dramatisierung, das Hörbarmachen auch der feineren Kompositionsstrukturen durch transparentes Musizieren ein faszinierendes, beglückendes Geschenk für die Hörer in der Nikolai-Kirche.


Albrecht Sanner

 


 

Sonntag, 8. November, 17.00 Uhr
Schalom – Kirche trifft Synagoge
Werke von M. Bruch, J. Rheinberger, J. Alain, F. Halphen, F. Gernsheim,
A. Kellermann, E. Bloch und H. Berlinski, Psalmvertonungen von Louis Lewandowski

Sankt Nikolai Chor
Orgel: Michael Mages
Viola: Semjon Kalinowsky, Lübeck

 

Lesen Sie hier die Kritik aus dem Flensburger Tageblatt vom 10.11.2015 ...